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Projekt JOURNALISTINNENBÜRO BERLIN Schlecht und unregelmäßig bezahlt, den (Meinungs-)Konjunkturen des Marktes ausgesetzt und in eine Selbständigkeit gedrängt, die vor allem bedeutet, für die Sicherheit vor Krankheit und im Alter allein zuständig zu sein – so arbeitet heute ein großer Teil der Journalistinnen und Journalisten in Deutschland. Rabiat befreit sie ihr Arbeitsalltag von allen romantischen Vorstellungen über journalistische Unabhängigkeit und Kreativität. Während die Honorare seit Jahren stagnieren, wurden die Redaktionen verkleinert, wodurch eine feste Anstellung für die meisten unerreichbar ist. All das kennt ihr selbst zur Genüge! Die oft asymmetrischen Beziehungen mit den Redaktionen zu pflegen, Kompetenz auf unterschiedlichen Gebieten zu entwickeln, andauernd verkäufliche und gehaltvolle Ideen zu produzieren – die Anforderungen des freien Journalismus lassen sich in einer Gruppe viel besser bewältigen als allein. Wie es auch gehen kann, zeigt das Beispiel des Rheinischen Journalistinnenbüros. (Einige Informationen über dieses Projekt finden sich hier.) Seit über 20 Jahren produzieren die fünf Kölner Kolleginnen und Kollegen gemeinsam Qualitätsjournalismus, vor allem für das öffentlich-rechtliche Radio. In der Gruppe ist nicht nur die Mehrfachverwertung leichter zu organisieren, lassen sich Fixkosten für Büro und Arbeitsgerät senken. Auch die Qualität der Arbeit steigt um einiges. Im Rheinisches Journalistinnenbüro werden beispielsweise alle Texte von den anderen Korrektur gelesen. In der Diskussion stellt sich heraus, wie tragfähig eine Idee wirklich ist, und es entstehen neue. Und arbeiten mit anderen macht mehr Spaß als allein. Deshalb will ich versuchen, ein ähnliches Konzept in Berlin umzusetzen. Es geht mir dabei wohlgemerkt nicht um die Gründung einer weiteren "Medienagentur", sondern um ein Kollektiv mit Einheitslohn, darum, den Druck des Marktes auf mehrere Schultern zu verteilen, die journalistische Arbeit zu verbessern und unserer Verhandlungsposition gegenüber den Zeitungen und Sendeanstalten zu verbessern. Deshalb freue ich mich, wenn interessierte kritische Journalistinnen und Journalisten – publizierend und möglichst hauptberuflich – mit mir Kontakt aufnehmen!
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